Rumänien, Mitte der 90er Jahre. Der Rentner Ion I. Ion hat es nicht leicht. Seine Ehefrau Nina, die mit ihm zusammen in einer kleinen Wohnung in Bukarest lebt, spricht schon seit Jahren nicht mehr mit ihm. Ebenso sein nach Kanada emigrierter Sohn Corneliu.

Der Auslöser des familiären Konflikts war Ions Verrat an seinem Sohn, der die Flucht ins Ausland geplant hatte aber durch seinen Vater bei der Securitate gemeldet wurde.

 

Als eines Tages ein Schreiben der Regierung eintrifft, das ihm offenbart, dass er mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet werden soll, wird Ion aus seiner ereignislosen Lebensroutine gerissen und sieht endlich einen Hoffnungsschimmer, das zerrissene Band zwischen ihm und seiner Familie wiederherzustellen. Der Haken ist allerdings, dass Ion gar nicht bewusst ist, wofür er die Auszeichnung denn nun bekommen soll...

 

Auf der Suche nach Antworten verschlägt es ihn zur Organisation der Kriegsveteranen und zum Verteidigungsministerium. Allerdings ohne Erfolg. Niemand kann ihm sagen, für welche Heldentat ihm die Medaille verliehen wurde. Doch der sture Ion I. Ion sucht weiter. In alten Liebesbriefen, die er während des Krieges an seine Frau geschrieben hat findet er schließlich einen scheinbaren Anhaltspunkt: Im Kampf gegen die sich auf dem Rückzug befindliche deutsche Wehrmacht, hatte Ion einen Schuss aus einem verlassenen Geschütz abgegeben und muss wohl irgendeine wichtige Stellung getroffen haben, so vermutet er.

 

Um seine waghalsige Theorie zu fundieren, besucht der alte Mann einen damaligen Kriegskameraden und versucht mit ihm gemeinsam die Erinnerungen an jene vermeintliche Tat zu rekonstruieren. Beide kommen mehr oder weniger zu dem Entschluss, dass es wohl so abgelaufen sein muss...

 

Zurück im Verteidigungsministerium, wo er auf eine Bestätigung seiner Geschichte hofft, sagt ihm die Sachbearbeiterin lediglich, dass das Ministerium keine Fehler mache. Ion gibt sich mit der Antwort zufrieden und beginnt seine Medaille voller Stolz zu tragen, wobei sie ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Leute in seinem Wohnblock beginnen ihn mit anderen Augen zu sehen. Der Hauswart, der Ion seit geraumer Zeit mit Zahlungsaufforderungen in den Ohren liegt, bezahlt die Rechnungen aus der Mieterkasse und ernennt ihn zum öffentlichen Repräsentanten des Wohnblocks. Nachbarskinder kommen zu ihm und wollen seine Heldengeschichte hören und sogar seine Frau und sein Sohn beginnen wieder mit ihm zu sprechen.

 

Zum 50. Jahrestag der Kapitulation der Deutschen und dem Ende des zweiten Weltkriegs, wird Ion I. Ion zusammen mit anderen Veteranen eingeladen, den Präsidenten zu besuchen. Als seine Nachbarn von der Nachricht erfahren, wird er kurzerhand zum Botschafter seines Wohnblocks ernannt und soll den Präsidenten darum bitten, die ewigen Heizprobleme im Haus zu lösen.

 

Seine Frau Nina, die mittlerweile wieder angefangen hat mit ihm zu sprechen, ist beeindruckt als Ions Anliegen tatsächlich Gehör findet und im Wohnhaus die Raumtemperaturen wieder steigen. Und als sich auch noch sein verlorener Sohn nach Jahren der Abwesenheit für einen Besuch ankündigt scheint das Glück komplett...bis Ion I. Ion einen weiteren Brief der Regierung erhält...

 

Dem Verteidigungsministerium ist ein minimaler Fehler unterlaufen. Ein Buchstabe lässt die mühsam wieder aufgebaute Würde des alten Mannes bröckeln. Der rechtmäßige Empfänger der Ehrenmedaille ist ein gewisser Ion J. Ion. Eine unangenehme Verwechselung.

 

Ion ist am Boden zerstört. Verzweifelt besucht er erneut die Organisation für Kriegsveteranen, bittet um die Prüfung seiner Heldentat. Sogar den rechtmäßigen Eigentümer der Ehrenmedaille sucht er auf, um ihn davon zu überzeugen, ihm die Auszeichnung zu überlassen.

Als er schließlich beim Verteidigungsministerium auftaucht, um für seine Ehrenmedaille zu kämpfen, entwendet die mittlerweile von Ions ständigen Besuchen genervte Sachbearbeiterin ihm kurzerhand die Medaille und lässt ihn hinauswerfen.

 

Während Nina und sein Sohn Cornel mitsamt Familie auf Ion zu Hause warten, streift dieser desillusioniert durch die Straßen Bukarests und entschließt sich aus Verzweiflung zum Kauf einer Medaille in einem Antiquitätenladen. Wenigstens seiner Familie gegenüber muss er das Bild des ehrenhaften Kriegshelden aufrechterhalten.

 

Jedoch erlebt der alternde Patriarch zu Hause eine schmerzhafte Überraschung: Weder Sohn noch Enkel zollen dem Helden und seinem Stück Metall den von ihm erhofften Respekt. Schlimmer noch, sein Sohn ignoriert die Medaille, während sein Enkel sie für ein Spielzeug hält.

Ion ist den Tränen nahe und versteht nicht, dass eine Auszeichnung keine Probleme behebt oder gemachte Fehler korrigiert.

 

In Călin Peter Netzers neuen Film steht ein Vater im Mittelpunkt, der verzweifelt um Anerkennung und um die Beziehung zu seinen Nächsten ringt. Dem Regisseur gelingt, ganz im Stil der neuen rumänischen Welle ein rührendes und zutiefst menschliches Drama, voller subtiler Beobachtungsgabe und feinem Humor.