AURORA ist die Geschichte vom Absturz eines ganz gewöhnlichen Menschen. Ein Absturz –unvollkommen und nicht glorreich.

Zwei Tage lang zieht Viorel – ein frisch geschiedener Vater von zwei kleinen Töchtern - durch Bukarest. Er ist 42 Jahre alt und von Beruf Ingenieur. Während der Arbeit hat er eine Auseinandersetzung mit einem Kollegen, der ihm Geld schuldet und kommt gerade dazu, als dem ein anderer zwei heimlich handgefertigte Schlagbolzen für ein Jagdgewehr übergibt.

Viorel streift rastlos durch Bukarest – ob in seinem Auto, allein in seiner leeren Wohnung, inmitten seiner Kollegen, neben seinem Nachbarn, mit dem er ein Leck im Badezimmer zu diskutieren scheint, mit seiner Ex-Frau oder seiner momentanen Partnerin. Selbst, wenn er seine Töchter von der Schule abholt, fühlt er immer wieder diese gleiche seltsame Nervosität, die gleiche dumpfe Angst und den gleichen Drang, die Instabilität, die sein Leben bestimmt, zu beenden.

Viorel kauft sich ein Gewehr und Munition, geht nach Hause und probiert die Waffe aus. Er isst zu Abend, schaut Fernsehen, packt das Gewehr in eine Tasche und geht zum Auto. Er fährt in die Nähe des Intercontinental Hotels. Die Tasche mit dem Gewehr über der Schulter, geht er zum leeren Parkplatz. Viorel versteckt sich dort und beobachtet die ankommenden Autos. Ihm ist, als wäre jetzt die Zeit gekommen, eine Rechnung zu begleichen – mit den Anderen und sich selbst.